Dr. Volker Wissing, MdB:

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16.06.2010
Dr. Volker Wissing in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 16. Juni 2010

Standpunkt: Starke Schultern tragen viel

Wenn mal wieder ein sozialeres Steuersystem gefordert wird, dann gibt es regelmäßig zwei Forderungen: Freibeträge rauf, Spitzensteuersatz hoch. Entsprechend wurde auch schon früher gehandelt. 1958, als das deutsche System der Einkommensbesteuerung angelegt wurde, fing die Besteuerung bei rund 860 Euro (1681 DM) mit einem Satz von 20 Prozent an und ging bis zum Spitzensteuersatz in Höhe von 53 Prozent ab einem Einkommen von rund 56 262 Euro (110 040 DM). Insbesondere die letzte Zahl fällt auf: Heute, 52 Jahre später, wird der Spitzensteuersatz von einem Einkommen von 52 882 Euro erhoben. Nun wird kaum jemand bestreiten, dass 1958 ein Einkommen in Höhe von über 110 040 DM für die damalige Zeit ein echter Spitzenverdienst war. Aber ist heute jemand mit 52 882 Euro ein Spitzenverdiener oder eher ein Gutverdiener? Wenn man sich Gehältervergleiche anschaut, stellt man schnell fest, dass Spitzensteuersatzzahler längst keine Spitzenpositionen bekleiden müssen; der Spitzensteuersatz betrifft heute bereits gutverdienende Angestellte und Facharbeiter. Er trifft die aufstrebende Mitte.

 

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14.06.2010
Dr. Volker Wissing im Gespräch mit der BZ am Sonntag

„Steuererhöhungen für die Mitte gefährden die Zukunft''

© Studio Kohlmeier (13.06.2010) Der Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag, Volker Wissing setzt stattdessen auf Sparpolitik. Mit dem milliardenschweren Euro-Rettungspaket hat sich die Bundesregierung Zeit für überfällige Reformen erkauft, sagt Volker Wissing (FDP), Vorsitzender des Finanzausschusses im Bundestag. Jetzt muss der Haushalt schnellstmöglich durch Sparen konsolidiert werden, fordert er im B.Z. am Sonntag-Interview. Eine stärkere Belastung der Mitte durch Steuererhöhungen würde dagegen den Euro und die Zukunft Deutschlands gefährden.

FWM: Herr Wissing, wie kann diese Regierung die Staatsfinanzen in Ordnung bringen, wenn in Ihrer Koalition das blanke Chaos herrscht?

In der Vergangenheit wurden die Haushalte immer durch Steuererhöhungen und neue Schulden saniert. Jetzt kommt die Wende. Wir sparen erstmals, um den Haushalt in Ordnung zu bringen. Das hätte es ohne die FDP nie gegeben.

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